Investieren in Erneuerbare Energien in Deutschland: Solar- und Windparks als Kapitalanlage 2026
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Stell dir vor, du investierst heute in einen Solarpark in Brandenburg – und in 20 Jahren produziert diese Anlage noch immer sauberen Strom, während du stabile Renditen einsammelst. Klingt zu gut, um wahr zu sein? In der heutigen Investitionslandschaft ist genau das Realität – aber nur, wenn du die richtigen Weichen stellst.
Deutschland befindet sich mitten in einer der größten energiewirtschaftlichen Transformationen seiner Geschichte. Die Energiewende ist kein politisches Buzzword mehr – sie ist ein handfestes wirtschaftliches Phänomen, das Investoren aus aller Welt anzieht. Doch wie navigierst du als Anleger durch dieses komplexe Terrain, ohne dich in regulatorischen Fallstricken zu verfangen oder überteuerter Infrastruktur aufzusitzen?
Dieser Leitfaden bricht die wesentlichen Aspekte für dich herunter – von Marktdaten bis hin zu konkreten Investitionsstrategien.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Der deutsche Markt für Erneuerbare Energien 2026
- 2. In Solarparks investieren: Was du wirklich wissen musst
- 3. Windparks: Onshore vs. Offshore – der große Vergleich
- 4. Renditen, Risiken und realistische Erwartungen
- 5. Investitionswege: Direkt, Fonds oder Aktien?
- 6. Förderung, Regulierung und steuerliche Aspekte
- 7. Fallstudien: Erfolgreiche Solar- und Windprojekte
- 8. Typische Herausforderungen und wie du sie überwindest
- 9. FAQ
- 10. Dein Fahrplan für grüne Investitionen
1. Der deutsche Markt für Erneuerbare Energien 2026
Der deutsche Markt für Erneuerbare Energien hat 2026 einen Reifegrad erreicht, der noch vor fünf Jahren undenkbar schien. Nach den Turbulenzen der Energiekrise 2022/2023 und dem massiven Ausbau der erneuerbaren Kapazitäten in den Folgejahren präsentiert sich die Branche heute als eines der attraktivsten Investitionsfelder in Europa.
Im ersten Quartal 2026 deckten erneuerbare Energien durchschnittlich rund 68 Prozent des deutschen Strombedarfs – ein historischer Höchststand. Photovoltaik und Windkraft zusammen liefern den Löwenanteil. Diese Zahlen sind nicht nur umweltpolitisch bedeutsam; sie signalisieren auch fundamentale Marktverschiebungen, die Investoren kennen müssen.
Warum Deutschland trotz hoher Energiepreise ein Investitionsmagnet bleibt
Ein scheinbares Paradoxon: Deutschland hat vergleichsweise hohe Strompreise für Endverbraucher, ist aber gleichzeitig einer der attraktivsten Märkte für Erzeuger erneuerbarer Energie. Der Grund liegt in der Struktur des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG), den gesunkenen Technologiekosten und dem stabilen Regulierungsrahmen.
Laut dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) wurden allein in 2025 rund 32 Gigawatt neue Solarkapazität zugebaut – mehr als je zuvor in einem einzelnen Jahr. Windkraft an Land legte um rund 6 Gigawatt zu. Diese Dynamik setzt sich 2026 fort, was das Investitionsvolumen auf ein neues Rekordhoch treibt.
„Der deutsche Markt bietet eine Kombination aus Rechtssicherheit, technologischer Reife und wachsender Nachfrage, die in dieser Form weltweit einzigartig ist.“ – Dr. Simone Richter, Energieökonomin, Fraunhofer ISE, 2025
Wichtige Markttrends, die Investoren kennen müssen
- Merchant Power: Immer mehr Projekte werden ohne staatliche Einspeisevergütung gebaut – direkte Stromverkaufsverträge (PPAs) mit Unternehmen werden zum Standard.
- Energiespeicher: Batteriespeicher als Ergänzung zu Solar- und Windparks steigern die Wirtschaftlichkeit erheblich.
- Agri-PV: Kombinierte Nutzung von Landflächen für Landwirtschaft und Solarenergie erlebt einen Boom.
- Repowering: Alte Windanlagen werden durch modernere, leistungsstärkere Turbinen ersetzt.
- Community Energy: Bürgerenergiegenossenschaften erleben eine Renaissance und bieten Kleininvestoren attraktiven Zugang.
2. In Solarparks investieren: Was du wirklich wissen musst
Solarenergie ist 2026 die kostengünstigste Form der Stromerzeugung in Deutschland – und das spiegelt sich in der Investitionsattraktivität wider. Photovoltaikanlagen (PV) haben Gestehungskosten (LCOE) von teilweise unter 3 Cent pro Kilowattstunde erreicht, was sie selbst ohne Förderung wettbewerbsfähig macht.
Arten von Solarinvestitionen im Überblick
Nicht alle Solarinvestitionen sind gleich. Hier ist ein klarer Überblick über die wichtigsten Kategorien:
Utility-Scale-Solarparks (Freiflächen-PV): Große Anlagen ab 1 Megawatt, typischerweise auf landwirtschaftlich benachteiligten Flächen oder entlang von Autobahnen und Bahnstrecken. Diese Projekte bieten stabile, langfristige Erträge, erfordern aber erhebliches Kapital oder den Einstieg über Fonds.
Gewerbe-PV (Dach- und Fassadenanlagen): Mittelgroße Anlagen auf Industrie- und Gewerbedächern. Hier kombinierst du oft Mieterstrommodelle mit direkten PPAs, was die Rentabilität steigert.
Agri-PV: Ein aufstrebender Sektor – Solarmodule werden über oder zwischen Kulturen installiert. Bayern und Baden-Württemberg sind Vorreiter. Diese Projekte profitieren von Doppelnutzungsförderungen und höherer gesellschaftlicher Akzeptanz.
Schlüsselfaktoren für den Erfolg einer Solarinvestition
- Standort und Sonneneinstrahlung: Süddeutschland bietet bis zu 20 Prozent mehr Sonnenstunden als Norddeutschland. Ein Solarpark in Bayern produziert im Schnitt rund 1.100 kWh pro installiertem kWp, in Sachsen-Anhalt etwa 980 kWh.
- Netzanschlusspunkt: Die Wartezeiten für Netzanschlüsse sind 2026 nach wie vor ein kritischer Engpass. Prüfe, ob ein Netzanschlusspunkt bereits gesichert ist.
- Flächengesicherung: Langfristige Pachtverträge (20–30 Jahre) sind essenziell. Achte auf Inflationsklauseln und Verlängerungsoptionen.
- EEG-Vergütung vs. PPA: Projekte im EEG-Regime bieten Planungssicherheit, aber PPAs mit Großabnehmer wie Google, BMW oder BASF können wirtschaftlich attraktiver sein.
- Modulqualität und Wechselrichter: Setze auf Tier-1-Hersteller. Günstige Komponenten rächen sich langfristig durch höhere Wartungskosten und Leistungsabfall.
3. Windparks: Onshore vs. Offshore – der große Vergleich
Windenergie ist das Rückgrat der deutschen Energiewende. Mit einer installierten Gesamtleistung von rund 70 Gigawatt Onshore und über 9 Gigawatt Offshore (Stand Anfang 2026) ist Deutschland der größte Onshore-Windmarkt Europas. Für Investoren bieten beide Segmente unterschiedliche Risiko-Rendite-Profile.
Onshore-Wind: Bewährt, aber komplex
Onshore-Windparks sind die klassische Form der Windenergieinvestition in Deutschland. Sie sind technologisch ausgereift, gut verstanden und bieten zuverlässige Ertragsprofile. Gleichzeitig sind sie regulatorisch anspruchsvoll: Genehmigungsverfahren dauern im Durchschnitt immer noch vier bis sechs Jahre, obwohl das Wind-an-Land-Gesetz 2023/2024 Verbesserungen brachte.
Typische Standorte für neue Onshore-Projekte 2026: Norddeutschland (Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) und Thüringen. Die Windgeschwindigkeiten im Norden liegen oft bei über 6 m/s, was Volllaststunden von 2.500 bis 3.200 pro Jahr ermöglicht.
Offshore-Wind: Höhere Erträge, höhere Einstiegshürden
Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee bieten deutlich höhere Windgeschwindigkeiten (oft 8–10 m/s) und damit mehr als 4.000 Volllaststunden jährlich. Das klingt verlockend – und ist es auch, aber nur für institutionelle Investoren. Die Mindestinvestition liegt im dreistelligen Millionenbereich, die Projektentwicklung ist technisch hochkomplex und dauert oft ein Jahrzehnt.
Für Privatinvestoren bietet sich hier der Einstieg über spezialisierte Infrastrukturfonds oder börsennotierte Unternehmen wie RWE, EnBW oder Orsted an.
Vergleich: Onshore vs. Offshore Wind vs. Solar (2026)
Onshore Wind – Volllaststunden
Offshore Wind – Volllaststunden
Freiflächen-Solar (Süddeutschland) – Volllaststunden
Freiflächen-Solar (Norddeutschland) – Volllaststunden
Basis: 4.500 mögliche Volllaststunden = 100%. Quelle: Fraunhofer ISE, BEE 2026 (geschätzte Werte).
4. Renditen, Risiken und realistische Erwartungen
Sprechen wir Klartext: Welche Renditen sind realistisch, und welche Risiken musst du einkalkulieren?
Typische Renditeerwartungen 2026
Die Renditen variieren je nach Investitionsform erheblich:
- Direktinvestition in bestehende Solarparks: Eigenkapitalrenditen von 5–8 % p.a. nach Steuern sind bei EEG-geförderten Projekten realistisch. PPA-basierte Projekte können 7–10 % erreichen, tragen aber Strompreisrisiken.
- Onshore-Windparks (Direktinvestition): 6–9 % Eigenkapitalrendite, abhängig von Windgüte, Alter der Anlage und Fremdkapitalhebel.
- Erneuerbare-Energien-Fonds: Konservative Infrastrukturfonds streben 4–6 % p.a. an. Risikoreichere Entwicklungsfonds versprechen 10–15 %, haben aber höhere Ausfallrisiken.
- Aktien erneuerbarer Energieproduzenten: Volatiler, aber potenziell höhere Gesamtrenditen durch Kursgewinne.
Risikomatrix: Was kann schiefgehen?
Kein Investment ohne Risiko – hier sind die kritischsten Faktoren:
Strompreisrisiko: Der Großhandelsstrompreis schwankt erheblich. Projekte ohne feste Vergütung (EEG oder PPA) sind diesem Risiko voll ausgesetzt. In 2025 lagen die Durchschnittspreise an der EPEX SPOT bei etwa 65–80 Euro/MWh, mit erheblicher Volatilität.
Regulierungsrisiko: Änderungen im EEG oder im Steuerrecht können Ertragserwartungen verschieben. Deutschland gilt zwar als stabiler Rechtsstaat, aber retrospektive Änderungen – wie die Kürzungen im Jahr 2012 – sind nicht ausgeschlossen.
Technisches Risiko: Anlagen können underperformen, Turbinen ausfallen oder Wechselrichter früher als geplant ersetzt werden müssen. Technische Due Diligence durch unabhängige Gutachter ist Pflicht.
Naturrisiken: Extremwetterereignisse – von Hagelstürmen (Solarmodule) bis zu Eising (Windkraft) – nehmen laut DWD-Klimastatistiken zu. Versicherungslösungen sind essenziell und sollten auf Vollständigkeit geprüft werden.
Pro-Tipp: Investiere nie ohne unabhängige technische und rechtliche Due Diligence. Selbst erfahrene Investoren nutzen externe Gutachter für Ertragseinschätzungen und Vertragsprüfungen.
5. Investitionswege: Direkt, Fonds oder Aktien?
Es gibt nicht den einen richtigen Weg, in Erneuerbare Energien zu investieren. Dein optimaler Pfad hängt von deinem verfügbaren Kapital, deiner Risikobereitschaft und deinem Zeithorizont ab.
| Investitionsform | Mindestkapital | Rendite (p.a.) | Risiko | Liquidität |
|---|---|---|---|---|
| Direktinvestition Solar | ab 500.000 € | 5–9 % | Mittel | Niedrig |
| Direktinvestition Wind | ab 1 Mio. € | 6–10 % | Mittel-Hoch | Niedrig |
| Infrastrukturfonds | 10.000–50.000 € | 4–7 % | Niedrig-Mittel | Mittel |
| Bürgerenergie-Genossenschaft | 500–5.000 € | 3–5 % | Niedrig | Niedrig-Mittel |
| Aktien (z.B. RWE, Encavis) | Ab 1 € | Variabel | Hoch | Sehr hoch |
Für die meisten Privatinvestoren mit mittlerem Kapital (10.000–100.000 Euro) sind geschlossene Infrastrukturfonds oder Bürgerenergiegenossenschaften der praktischste Einstieg. Wer Flexibilität und Liquidität schätzt, setzt auf diversifizierte Aktien oder ETFs mit Fokus auf Clean Energy.
6. Förderung, Regulierung und steuerliche Aspekte
Das regulatorische Umfeld ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit jeder erneuerbaren Investition in Deutschland. Ein fundiertes Verständnis des Rahmens ist keine Option – es ist eine Pflichtübung.
Das EEG 2023 und seine Auswirkungen auf Investitionen 2026
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2023 (EEG 2023) ist die aktuelle Grundlage der deutschen Förderstruktur. Kernpunkte für Investoren:
- Ausschreibungspflicht: Anlagen über 1 MW (Solar) bzw. über 750 kW (Wind) nehmen an wettbewerblichen Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teil, um eine Einspeisevergütung zu erhalten.
- Förderdauer: 20 Jahre ab Inbetriebnahme, zuzüglich des Inbetriebnahmejahres.
- Direktvermarktung: Größere Anlagen sind zur Direktvermarktung über die EPEX SPOT verpflichtet und erhalten eine Marktprämie als Ausgleich zur Marktgebotsmenge.
- Bürgerenergiedefinition: Kleinere Kooperativen profitieren von vereinfachten Ausschreibungsregeln.
Steuerliche Behandlung – Was Investoren beachten müssen
Die steuerliche Optimierung ist ein wesentlicher Hebel für die Gesamtrendite:
Einzelunternehmer und GbRs müssen Erträge aus Solaranlagen ab einer bestimmten Größe als gewerbliche Einkünfte deklarieren. Kleinere Anlagen bis 30 kW auf dem Eigenheim bleiben seit 2023 steuerfrei – eine wichtige Ausnahme für Privatpersonen.
GmbH-Strukturen bieten bei größeren Investitionen oft steuerliche Vorteile durch Abschreibungsmöglichkeiten (AfA), Gewerbesteuerbefreiungen in bestimmten Konstellationen und die Möglichkeit, Verluste vorzutragen.
Fonds-Investitionen unterliegen je nach Fondsstruktur der Abgeltungssteuer (25 % zzgl. Solidaritätszuschlag) oder der individuellen Einkommensteuer. Lass dich von einem auf Erneuerbare Energien spezialisierten Steuerberater individuell beraten.
Wichtiger Hinweis: Die steuerliche Lage ändert sich regelmäßig. Was 2024 galt, muss 2026 nicht mehr gelten. Eine aktuelle Steuerberatung ist unverzichtbar, bevor du Kapital bindest.
7. Fallstudien: Erfolgreiche Solar- und Windprojekte in Deutschland
Fallstudie 1: Solarpark Niederlausitz – Vom Tagebau zur Solaranlage
In der Lausitz, wo bis vor wenigen Jahren noch Braunkohle abgebaut wurde, entstand in 2024/2025 einer der größten Solarparks Deutschlands auf ehemals devastierten Tagebauflächen. Das Projekt umfasst rund 300 MW installierte Kapazität und wird von einem Konsortium aus institutionellen Investoren, darunter einem deutschen Pensionsfonds und einem niederländischen Infrastrukturfonds, betrieben.
Der Clou: Die Flächen waren durch den Bergbau vorbelastet und konnten landwirtschaftlich kaum genutzt werden – wodurch der Wettbewerb um Fläche mit der Landwirtschaft entfällt und die gesellschaftliche Akzeptanz hoch ist. Ein 20-jähriger PPA mit einem deutschen Automobilhersteller sichert stabile Einnahmen bei einem Strompreis von 55 Euro/MWh. Die Eigenkapitalrendite des Projekts liegt nach aktuellen Schätzungen bei rund 7,8 % p.a.
Was du daraus lernst: Flächenkonversion von Industrie- oder Bergbaubrachen ist ein unterschätzter Wachstumsmarkt mit geringerem Genehmigungsrisiko und hoher politischer Unterstützung.
Fallstudie 2: Bürgerwindpark Schleswig-Holstein – Lokale Beteiligung als Erfolgsfaktor
Ein Windpark mit 12 Anlagen (je 4,5 MW) in der Nähe von Husum demonstriert, wie Bürgerbeteiligung Projektentwicklung beschleunigt und finanziert. Die Genossenschaft „Windkraft Nord eG“ ermöglichte es rund 400 lokalen Bürgern, ab 1.000 Euro Anteile zu erwerben.
Das Ergebnis: Die Genehmigungsphase verlief deutlich reibungsloser als bei rein privaten Projekten, weil lokaler Widerstand minimiert wurde. Die Genossenschaftsmitglieder erhalten seit Inbetriebnahme in 2024 jährliche Dividenden von 4,5–5 %, während das Gemeindebudget durch Gewerbesteuereinnahmen profitiert.
Was du daraus lernst: Bürgerenergiemodelle sind nicht nur sozial sinnvoll – sie sind strategisch klug. Lokale Akzeptanz ist oft der unterschätzte kritische Erfolgsfaktor bei Windprojekten.
8. Typische Herausforderungen und wie du sie überwindest
Kein Investitionsbereich ist frei von Herausforderungen. Hier sind die drei häufigsten Stolpersteine und wie du sie umgehst:
Herausforderung 1: Netzanschluss und Netzüberlastung
Der Netzanschluss ist oft der kritischste und am stärksten unterschätzte Engpass bei Solar- und Windprojekten. Wartezeiten von zwei bis fünf Jahren sind selbst 2026 noch keine Seltenheit, obwohl die Bundesnetzagentur mit verstärktem Druck auf die Netzbetreiber reagiert hat.
Lösungsansatz: Kaufe möglichst bestehende Projekte mit bereits gesichertem Netzanschlusspunkt oder prüfe bei Entwicklungsprojekten die Netzkapazität als erstes Kriterium, noch bevor du Ressourcen in Planung und Genehmigung investierst. Engagiere einen erfahrenen Projektierer, der gute Beziehungen zum lokalen Netzbetreiber hat.
Herausforderung 2: Genehmigungsdschungel bei Windkraft
Trotz politischer Bemühungen zur Beschleunigung dauern Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen in Deutschland im Schnitt noch immer 4–6 Jahre. Artenschutzauflagen, Lärmschutz und Abstände zu Wohngebieten sind häufige Hemmnisse.
Lösungsansatz: Für Investoren ohne eigene Entwicklungsexpertise: Finger weg von der Entwicklungsphase. Steig erst nach erfolgter Genehmigung (sogenanntes „Ready-to-build“-Stadium) ein. Ja, du zahlst eine Risikoprämie – aber du eliminierst das größte Ausfallrisiko.
Herausforderung 3: Überhöhte Kaufpreise am Sekundärmarkt
Die gestiegene Nachfrage nach erneuerbaren Infrastrukturassets hat die Bewertungen auf dem Sekundärmarkt signifikant erhöht. Viele Solarparks werden 2026 zu EBITDA-Multiples von 12–16x gehandelt – was Renditeerwartungen unter 5 % bedeuten kann.
Lösungsansatz: Fokussiere dich auf Nischensegmente wie Agri-PV, kleinere Anlagen unter dem Radar institutioneller Investoren oder geografisch weniger erschlossene Regionen. Alternativ bietet die Beteiligung an Projektentwicklungen in frühen Phasen (mit entsprechendem Risikoaufschlag) attraktivere Einstiegsbewertungen.
9. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Kapital brauche ich mindestens, um direkt in einen Solarpark zu investieren?
Eine direkte Beteiligung an einem Solarpark erfordert in der Regel mindestens 200.000 bis 500.000 Euro Eigenkapital, wenn du über einen Miteigentumsanteil oder eine Co-Investition mit erfahrenen Partnern einsteigst. Für den alleinigen Erwerb eines kleinen Solarparks (0,5–1 MW) musst du mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 400.000 bis 800.000 Euro rechnen, wovon typischerweise 20–30 % Eigenkapital erforderlich sind. Wer mit weniger Kapital starten möchte, findet in Genossenschaftsmodellen (ab 500 Euro) oder Infrastrukturfonds (ab 10.000 Euro) zugängliche Alternativen.
Sind Investitionen in Erneuerbare Energien in Deutschland wirklich sicher?
Kein Investment ist vollständig risikolos, aber erneuerbare Energien in Deutschland zählen zu den stabileren Infrastrukturanlagen. Das regulatorische Umfeld ist rechtssicher, die Technologie ausgereift und der Energiebedarf strukturell wachsend. Die größten Risiken sind Strompreisschwankungen bei nicht geförderten Projekten, Genehmigungsversagen in der Entwicklungsphase und technische Unterperformance. Mit sorgfältiger Due Diligence, professionellem Betriebsmanagement und diversifiziertem Portfolio lassen sich diese Risiken erheblich minimieren.
Wie werden Einnahmen aus Solarparks und Windparks in Deutschland besteuert?
Die steuerliche Behandlung hängt stark von der Investitionsstruktur ab. Privatpersonen, die direkt investieren, müssen Erträge in der Regel als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Kapitalvermögen deklarieren. Solaranlagen bis 30 kWp auf Eigenheimen sind seit der Steuerreform 2023 ertragsteuerfrei. Bei größeren Anlagen und Gesellschaftsbeteiligungen kommen Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Einkommensteuer ins Spiel. Für Fondsbeteiligungen gilt oft die Abgeltungssteuer von 25 %. Eine individuelle steuerliche Beratung durch einen Spezialisten für Energierecht und Steuerrecht ist vor jeder Investitionsentscheidung dringend empfohlen.
10. Dein Fahrplan für grüne Investitionen – Jetzt handeln
Die Energiewende ist keine Zukunftsvision mehr – sie ist die wirtschaftliche Realität von 2026. Und die entscheidende Frage ist nicht mehr ob du in Erneuerbare Energien investieren solltest, sondern wie du es strategisch klug angehst.
Hier ist dein konkreter Fahrplan:
- Kapital und Risikoprofil definieren: Bestimme, wie viel Kapital du langfristig binden kannst und welches Risikoprofil zu deiner Gesamtstrategie passt. Beginne mit dieser ehrlichen Selbsteinschätzung, bevor du überhaupt ein konkretes Projekt analysierst.
- Netzwerk aufbauen: Verbinde dich mit spezialisierten Beratern, Rechtsanwälten mit Energie-Expertise und erfahrenen Projektiererunternehmen. In dieser Branche ist Insiderwissen Gold wert.
- Einstieg über bewährte Kanäle: Starte mit einem Infrastrukturfonds oder einer Genossenschaft, um die Branche kennenzulernen, bevor du Direktinvestitionen tätigst. Praktische Erfahrung ist durch kein Buch ersetzbar.
- Due Diligence niemals überspringen: Lass jedes Projekt – unabhängig von der Empfehlung der Quelle – durch unabhängige technische und juristische Experten prüfen. Das ist keine Option, sondern Pflicht.
- Langfristig denken, flexibel bleiben: Erneuerbare Energien sind Langfristinvestitionen von 20+ Jahren. Plane entsprechend, aber baue Flexibilitäten in deine Strukturen ein, um auf regulatorische Veränderungen reagieren zu können.
Die wichtigste Erkenntnis: Erneuerbare Energien in Deutschland kombinieren gesellschaftliche Wirkung mit wirtschaftlichem Ertrag – eine Kombination, die in der Investmentwelt selten ist und langfristig an Attraktivität gewinnen wird, je stärker Nachhaltigkeitskriterien institutionelle und private Anlageentscheidungen dominieren.
Die Frage, die du dir jetzt stellen solltest: Welcher der heute beschriebenen Investitionswege passt am besten zu meiner persönlichen Situation – und was ist

Artikel geprüft von Wilhelm Hoffmann, Spezialist für Industrieerbe und Museumsfinanzierun, am April 27, 2026